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Wenn Haustiere umziehen – amoe:dialog zu Internationalen Haustiertransporten

14.07.2026 · Carola Brabandt · amoe:dialog

Hunde, Katzen, Vögel – wer einen internationalen Umzug begleitet, tut gut daran, auch den tierischen Teil der Familie nicht zu vergessen. Spezialisierte Tierlogistiker wie Heiko Härtel von Intermove organisieren dabei nicht nur den Transport, sondern entlasten Kund:innen von einem komplexen Behörden- und Dokumentendschungel.


Wir haben Heiko beim amoe:dialog die wichtigsten Fragen gestellt:

Wie früh müssen sich Kund:innen melden, wenn ein Haustier mit umzieht – und wie sieht der Zeitplan bis zum Abflugtag aus?

Je früher, desto besser – und bei manchen Destinationen ist der Zeitpuffer keine Empfehlung, sondern Pflicht. Australien etwa hat eines der strengsten Einreiseregime weltweit: Bestimmte Impfungen, Tests und Quarantänefristen müssen in einer genau definierten Reihenfolge eingehalten werden, die sich über mehrere Monate erstrecken kann. Wer zu spät bucht, kann den Abflugtermin für das Tier nicht halten – selbst wenn alle anderen Dokumente für den Umzug längst in Ordnung sind. Als Faustregel gilt: mindestens drei bis sechs Monate Vorlauf einplanen, je nach Zielland auch mehr. Wir setzen gemeinsam mit dem Kunden eine individuelle Timeline auf und begleiten jeden Schritt bis zum Abflugtag.

Zwischen Impfungen, Titer-Tests und amtstierärztlichem Gesundheitszeugnis darf kein Fehler passieren. Wie läuft die Koordination mit Tierarzt und Behörden ab?

Grundlage ist immer der EU-Heimtierausweis. Was viele nicht wissen: Eine Tollwutimpfung, die vor drei Jahren verabreicht wurde, reicht für viele Länder nicht aus – die Impfung muss aktuell und korrekt im Pass eingetragen sein, das Tier muss laut EU-Verordnung gechippt sein, und das amtstierärztliche Gesundheitszeugnis darf nur in einem sehr engen Zeitfenster vor dem Abflug ausgestellt werden. Wir erklären den Kund:innen Schritt für Schritt, was ihr Tierarzt wann erledigen muss, und koordinieren die behördlichen Fristen. Der letzte Check – ob das Tier gesund und flugtauglich ist – erfolgt beim Veterinäramt direkt vor dem Abflug. Kommt das Tier aus einem gesundheitlich unsicheren Herkunftsland, kann am Zielort eine Quarantäne angeordnet werden. Auch darauf bereiten wir die Kund:innen vor.

Wie läuft der Abflugtag praktisch ab – bringt der Besitzer das Tier selbst zum Flughafen, oder übernehmt ihr das?

Beides ist möglich, wir richten uns nach den Wünschen. Wer möchte, kann das Tier selbst zum Flughafen bringen; wir übernehmen dann am Terminal, prüfen die Papiere und übergeben das Tier an die Airline. Wer es bevorzugt, kann uns den kompletten Transport von zu Hause aus beauftragen – unsere Fahrer sind eigens geschult und lizenziert für den Umgang mit Tieren. Am Flughafen versuchen wir den Abschied für alle Beteiligten so kurz wie möglich zu halten: Nach der Übergabe und dem Papiercheck verabschieden wir den Besitzer zügig – das ist für Tier und Mensch die stressärmste Lösung.

Was passiert mit dem Tier während des Fluges und bei Zwischenlandungen?

Während des Fluges liegt die Verantwortung bei der Airline; Kabinenpersonal betreut die Tiere im Frachtraum nicht aktiv. Das Tier muss also mehrere Stunden allein durchhalten – Beruhigungsspritzen oder Sedierung sind dabei keine Option, da sie die Tiere gesundheitlich gefährden. Was hilft: ein getragenes T-Shirt des Besitzers, das vertraute Gerüche gibt. Lieblingsspielzeug hingegen darf aus Sicherheitsgründen nicht mit in die Box. Die Box selbst muss den IATA-Richtlinien entsprechen; für größere Hunde werden Spezialboxen auf die genauen Körpermaße des Tieres angefertigt. Bei Zwischenlandungen greifen unsere Checkpoints: Wir wissen, welche Tierstationen an welchen Flughäfen zur Verfügung stehen und was im Fall einer gesundheitlichen Auffälligkeit zu tun ist. Unsere Mitarbeiter sind geschult – aber vor allem sind sie Menschen, die mit Einfühlungsvermögen für die Tiere da sind.

Wie läuft die Ankunft und Übergabe im Zielland ab?

Mit der Landung ist die Reise noch nicht vorbei. Grenzkontrolle, Zollabwicklung (bei vollständigem EU-Heimtierausweis entfällt die Zollabfertigung in ein paar wenigen Ländern) und der Transfer ins neue Zuhause wollen organisiert sein. Wir begleiten den gesamten Prozess bis zur Haustür. Ein wichtiger Hinweis für alle, die mit der Planung noch früh dran sind: Welpen dürfen erst ab der 16. Lebenswoche transportiert werden – also erst nach Abschluss des Tollwutschutzes. Das ist kein bürokratisches Detail, sondern eine echte Schutzmaßnahme für die Tiere.

Vielen Dank für den Dialog, lieber Heiko!

Euer Ansprechpartner für das Thema Internationale Haustiertransporte bei Intermove:
Heiko Härtel, heiko.haertel@intermove.de!